Sportler:innen trainieren hart: Kraft, Ausdauer, Taktik, Technik. Was dabei oft übersehen wird: das System, das all das zusammenbringt – die Atmung. Dabei birgt die Art, wie wir Atmen so viel Potential, um uns zu Höchstleistungen zu pushen. Aber auch, um diese zu verhindern.
Ein zentraler Performance-Faktor liegt in etwas scheinbar Banalem: der Art, wie Luft in den Körper gelangt. Die Atmung als Mitentscheider über Sieg und Niederlage? Was zunächst überraschend klingt, ist in Wahrheit einfache Biologie. Wer seine Atmung versteht und gezielt einsetzt, verbessert die Sauerstoffverwertung, steigert die Effizienz unter Belastung, beschleunigt Regeneration und stabilisiert den Umgang mit Stress.
Kurz gesagt: Wer besser atmet, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil – ohne mehr zu trainieren

Unbewusst. Unbeachtet. Unterschätzt.
Die Atmung ist eines der zentralsten Systeme unseres Körpers – und läuft bei den meisten Menschen dennoch unbewusst im Hintergrund. Im Alltag wie im Training.
Dabei ist eine funktionelle Atmung kein Detail, sondern eine Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Sie ist keine einzelne Technik, sondern ein Atemmuster, das den Körper unterstützt, statt ihn zusätzlich zu belasten. Dazu gehören ein ruhigeres Atemtempo, eine dominante Nasenatmung, eine aktive Zwerchfellbewegung und eine ausreichende CO₂-Toleranz. In diesem Zustand kann der Körper Sauerstoff effizient nutzen, der Kreislauf arbeitet ökonomischer und das Nervensystem bleibt stabil – auch unter Druck.
Die Effekte zeigen sich nicht in einem einzelnen Moment, sondern über Zeit: konstantere Leistung, weniger Einbrüche, schnellere Erholung und mehr Fokus.
Mehr ist nicht besser
Unter Belastung wechseln viele Athlet:innen automatisch in eine schnelle, oberflächliche Mundatmung, weil es sich nach „Mehr Luft“ anfühlt. Doch damit verabschiedet man sich spätestens jetzt von der Nutzung des wichtigsten Atemmuskels – des Zwerchfells. Die Folge: weniger mechanische Effizienz, weniger Stabilität im Rumpf und eine stärkere Aktivierung des Stress-Systems. Der Körper arbeitet – aber alles andere als optimal.

Schnaufend am Limit – oder kontrolliert in Bewegung? Die Atmung macht den Unterschied.
Und vor allem umgeht die unbewusste Mundatmung in der Regel alle Grundsätze einer funktionellen Atmung: Sie ist schneller, flacher, unkontrollierter und führt so zu einer höheren Atemfrequenz. Dadurch sinkt der CO₂-Spiegel im Körper. Dieses CO₂ ist jedoch entscheidend dafür, dass Sauerstoff vom Blut in die Muskulatur abgegeben wird. Fehlt es, bleibt der Sauerstoff stärker gebunden – die Muskeln werden schlechter versorgt.
Die Folge: schnellere Ermüdung, höheres Anstrengungsempfinden und weniger konstante Leistung.
Der Alltag als limitierender Faktor
Dysfunktionale Atmung entsteht selten im Training – sondern im Alltag. Ein hektischer Lebensstil führt oft zu einer schnellen, flachen Atmung. Dieses Muster wird unbewusst trainiert – täglich, tausendfach. Unter Belastung verstärkt es sich.
Die Anzeichen sind meist subtil: ein häufig offener Mund, hörbare Atmung schon bei moderater Belastung, schnelle Ermüdung, trockener Mund am Morgen, Schnarchen, schlechter Schlaf oder lange Erholungszeiten.
Wer im Alltag falsch atmet, wird unter Belastung nicht plötzlich effizienter atmen. Deshalb beginnt leistungssteigernde Atmung nicht im Training – sondern im täglichen Leben.
Messen, verstehen, anwenden
Im Profisport wird die Atmung längst als Leistungsfaktor genutzt – etwa durch Hypoxietraining und gezielte Atemarbeit, um Effizienz, Resilienz und Belastbarkeit zu verbessern. Teilweise kommen dabei auch Tools wie Atemwiderstandsgeräte oder Hypoxie-Kammern zum Einsatz, um das System gezielt zu fordern.

VO₂max, Atemeffizienz, CO₂-Toleranz: Die Atmung ist im Profisport längst als Leistungsfaktor angekommen.
Normalsterbliche müssen jedoch nicht mit solchen Methoden arbeiten, um einen spürbaren Effekt zu erzielen. Im Gegenteil. Es braucht keine fancy Gadgets zum Daten sammeln, keine komplexen Protokolle und keine zusätzlichen Tools. Was es braucht, ist Verständnis – und die Fähigkeit, die eigene Atmung im richtigen Moment gezielt einzusetzen:
Vor dem Training zur Regulation. Während der Belastung für mehr Effizienz. Nach dem Training zur Erholung.
Und vor allem im Alltag – dort, wo die Muster entstehen, die im Sport über Leistung oder Limit entscheiden. Denn eine leistungssteigernde Atmung beginnt nicht im Schlusssprint – sondern lange davor.
Funktionelle Atmung ist lernbar
Wenn du verstehen willst, wie du deine Atmung im Alltag funktionell entwickelst, zeigt dir der Kurs „Besser Atmen in 10 Tagen“ Schritt für Schritt, wie du genau das erreichen kannst.
Ambitionierten Einzelsportler:innen oder Teams zeige ich gerne persönlich, wie sie Atemtraining in ihre bestehenden Trainingsroutinen integrieren können.
Für weitere Fragen, Inputs oder 1:1 Coachings: info@besseratmen.org
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